Miscanthus
lat. Miscanthus x giganteus - auch: Elefantengras, Chinagras/-schilf
Rohstoff- und Energielieferant der Zukunft?
Heizung, Häuserisolation, Papier - das aus Japan stammende Chinaschilf wird zu einem bedeutenden nachwachsenden Rohstoff in Europa werden.
| Wachstumsschnell bis zu 15 t Trockenmasse/ha 2,5 kg = 1 kg Heizöl; 1 ha = ca. 6.000 kg Baustoff Papier positive Kohlendioxid-Bilanz Ein Rhizom je m² Geringe Unkrautbekämpfung Mehrjährig bis zu 20 Jahre Drei Meter hoch Ernte im Frühjahr | Miscanthus ist ein wahres Wachstumswunder: In wenigen Monaten erreicht das Schilf drei bis gar vier Meter. In Deutschland kann eine besonders schnellwüchsige Varietät des Grases, Miscanthus x giganteus, unter günstigen Bedingungen pro Jahr bis zu 15 Tonnen Trockenmasse pro Hektar produzieren. Die getrockneten Halme des Miscanthus können als Brennstoff dienen. Der Brennwert von 2,5 Kilogramm Miscanthus entspricht in etwa dem von einem Kilo- gramm Heizöl - so können durch die Energieerzeugung von einem Hektar Miscanthus etwa 6.000 Kilogramm Heizöl eingespart werden. Miscanthus lässt sich auch zu Pressplatten verarbeiten, die dann als Dämmstoff beim Häuserbau eingesetzt werden könnten. In China wird aus dem Gras auch Papier hergestellt. Der Vorteil von Miscanthus gegenüber den fossilen Brennstoffen wie etwa Heizöl ist seine positive Kohlendioxid-Bilanz: Die Pflanzen geben bei der Verbrennung nur so viel Kohlendioxid ab, wie sie vorher beim Wachsen aufgenommen haben. Pflanzung mit einem Rhizom je m² (= 10.000/ha). Der Preis je Rhizom liegt bei ca. 20 Cent. Chemische Unkrautbekämpfung nur in den ersten beiden Jahre ähnlich wie im Maisanbau. Miscanthus ist ein mehrjähriges Gras, es überlebt den Winter in Form eines Rhizoms (unterirdischer Spross). Im April treiben aus diesem unterirdischen Spross neue Triebe aus und bis zum November kann das Gras mehr als 3 Meter hoch werden. Im Winter trocknen die Stengel aus und werden im nächsten Februar oder März geerntet. Mit dem Austreiben der neuen Triebe im April beginnt der Kreislauf von vorne – bis zu 20 mal. |
Über die Pflanze Miscanthus sind im Internet darüber hinaus sehr viele Abhandlungen zu finden. Wir wollen nicht wiederholen, was andere weitestgehend in unserem Sinne verfasst haben.
Auf folgende interessante Internetseiten erlauben wir Sie zu verweisen, auch wenn wir uns u.U. nicht mit allen Details im vollem Umfange identifizieren können bzw. die ausländischen Angebote zu bestimmten Fragen für uns nicht zutreffend sind:
Technologie- und Förderzentrum Straubing mit Hinweisen zur Pflanzung, Bearbeitung, Düngung u.s.w.
www.miscanthus.de
www.miscanthus.at
www.miscanthus.ch
http://www.miscanthus.lu
http://www.oekosmos.de/article/view/149/1/15
Hier ein Erfahrungsbericht unseres Mitglieds Richard Sapper (PDF 816 KB) über die 2007 vorgenommene Pflanzung.
Aufschlussreich ist die Facharbeit (PDF 322 KB) von Herrn Stefan Zemann, die wir hier mit dessen Einverständnis veröffentlichen.
Drahtwurm:
Leider ist vereinzelt festzustellen, dass Pflanzflächen vom Drahtwurm befallen sind. Der Drahtwurm macht sich an die jungen Triebe bei Neupflanzungen resp. Rhizome heran, wie an diesen Bildern (84 kB JPG) zu sehen ist. Sobald sich Miscanthus am Acker etabliert hat, ist die Gefahr gebannt.
Noch gibt es kein zugelassenes Mittel zur Bekämpfung. Eine Befallsprüfung lässt sich auf einfache Weise durchführen. Man gebe an mehreren markierten Stellen Kartoffel, am besten aufgeschnitten, in die Erde und überprüft nach einigen Tagen wiederholt die ausgelegten Kartoffeln. Kartoffeln sind für Drahtwürmer ein Leckerbissen. Daher ist diese Methode relativ zuverlässig.
Wir werden Ihnen unsere Erfahrungen auch weiterhin nicht vorenthalten und diese Seite nach und nach ergänzen.